Biedermeier-Möbel

Die Entdeckung der Gemütlichkeit

Nach der Befreiung von der Vorherrschaft Napoleons 1815 trat im deutschen Sprachraum eine neue Besinnlichkeit ein, die sich in Entpolitisierung und einhergehender Besinnung auf das Häusliche und Familiäre ausdrückte.
Die Gemütlichkeit und Ordnung in den eigenen Wänden traten verstärkt in den Vordergrund. Den Biedermeier-Stil, namentlich ursprünglich eine ironische Anspielung auf ebendiese kleinbürgerliche Biederkeit, prägten demgemäß schlichte Eleganz und unaufgeregte, sachliche bis gemütliche Formen. Schwere und rustikale Möbel aus Eiche wurden damals im bäuerlichen Volk geschätzt. Besonders typisch sind aber hochwertige Obstholz- und Mahagoni-Furniere, zumeist hochglänzend Schellackpoliert, oftmals mit einer ausgewählten, schönen Maserung.
Der Mitte des 19. Jahrhunderts folgende Spät-Biedermeier, bzw. Louis Philippe-Stil, der kunstgeschichtlich auch dem Historismus (vgl. Gründerzeit & Historismus) zugeordnet wird, verwendet ebenso gern hochwertige Furniere und Schellack, hat aber eine deutlich ausgeschweiftere Formgebung.
Durch ihre zeitlose, sachliche Eleganz versprühen Biedermeier-Möbel auch heute noch viel Gemütlichkeit und Wärme und sind damit sehr gut geeignet, modernen Einrichtungen Akzente und Schönheit zu bescheren.
© Daniele Schweers, 2020